Stendal-Stadtsee, Magdeburg Neu-Olvenstedt und Halle-Silberhöhe: Drei Stadtteile, in denen sozialer Druck den Alltag prägt. Viele Menschen gehen nicht wählen, Mitsprache bleibt oft theoretisch und antidemokratische Einstellungen sind keine Randerscheinung mehr. Genau hier setzt das Projekt „Demokratie mobilisieren“ (DeMo) an.
Das Projekt des Instituts für demokratische Kultur der Hochschule Magdeburg-Stendal und der SozialStärken gGmbH in Stendal arbeitet gemeinsam mit den Partnern Internationalen Bund in Magdeburg und der AWO SPI in Halle. Ziel ist es, politische Bildung dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird – nicht belehrend „von oben“, sondern im Dialog.
„Wir lernen von den Menschen vor Ort: Welche Themen bewegen sie? Was sind ihre Ziele? Und was können wir gemeinsam im Stadtteil verändern?“, erklärt Projektleiterin Dr. Laura Litschel.
Die Angebote sind bewusst leicht zugänglich: Nachbarschaftscafés, Frühstücksrunden, eine offene Fahrrad-Werkstatt, Kinoabende oder eine mobile Suppenküche bringen Menschen zusammen. Was stattfindet, richtet sich nach den Wünschen der Anwohnenden. In Gesprächen entstehen Ideen, aus denen konkrete Aktionen folgen.
Zuletzt erfuhr das Projekt jedoch eine unerwartete Wendung: Im Zuge der jüngsten Mittelkürzungen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms Demokratie leben! wird das Anfang 2025 gestartete Vorhaben nun bereits zum Jahresende beendet – statt wie ursprünglich vorgesehen über vier bis acht Jahre fortgeführt zu werden.
Trotz der kurzen Laufzeit zeigt das Projekt bereits Wirkung. Eine Teilnehmerin berichet bereits, dass sie demokratische Themen anders betrachtet und auch in der Familie kritisch hinterfragt. Das hat gezeigt, wie viel Gespräche und „Dranbleiben“ bewirken können“, sagt die Stendaler Projektkoordination Nanette Blasche. Durch die Zusammenarbeit mit Quartiersmanagements, Netzwerken und Ehrenamtlichen hofft das Projektteam, dass die Ideen auch ohne weitere Förderung bestehen bleiben.
Aktuell sucht das Projektteam nach weiteren Mitstreiternt: in den jeweiligen Stadtteilen finden regelmäßig Veranstaltungen statt! Alle Informationen dazu finden Sie hier.
Zur offiziellen Pressemitteilung.
Foto: Laura Litschel